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Montagsgebete 18 UhrGottesdienste & Termine
Montagsgebete 18 UhrGottesdienste & Termine

 

Informationen
aus der Martini-Kirchengemeinde

 

 

 

 

Neuer Putz für alte Mauern

Förderverein zur Sanierung der Martinikirche gegründet
 

 

Die Außenmauer der Martinikirche muss saniert werden. Die Bruchsteine brechen und platzen teilweise ab, die Sandsteinbauteile am Portal sind arg in Mitleidenschaft gezogen. Fachleute sehen einen erhebliche Sanierungsbedarf.

Seitens der Kirchengemeide sind schon viele Schritte unternommen worden, um eine Finanzierung der notwendigen Maßnahmen sicherzustellen. Denkmalschutzbehörden, der Kirchenkreis und die Stadt Siegen haben Signale zur Unterstützung gegeben. Seitens der Bundesrepublik kann mit einem Zuschuss gerechnet werden. Dennoch bleibt am Ende eine Deckungslücke, die von der Kirchengemeinde getragen werden muss - aber kaum getragen werden kann. 

Am 20. November 2016 hat sich deshalb ein Förderverein gegründet. 40 Personen waren anwesend, die die Satzung beschlossen und einen Vorstand gewählt haben. Vorsitzender ist Pfarrer i.R. Horst Klein, stv. Vorsitzende ist Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng.

Aufgabe des Vereins ist die Förderung des Erhalts und Unterhalts der Martinikirche. Um diesen Zweck zu erfüllen, sind wir auf die Unterstützung vieler angewiesen. Sie können Mitglied werden (dazu liegen in der Martinikirche Antragsformulare aus) oder uns finanziell unterstützen. 

Homepage des Fördervereins: www.verein-martini.de.

Spendenkonto

Sparkasse Siegen
IBAN: DE 84 4605 0001 0001 273945
BLZ: 46050001  

Konto: 1273945

 

Hier ein Artikel in der Westfalenpost.

 

 

 

 

 

Verabschiedung von Günter Westerholt

Am Sonntag, dem 2. Juli 2017 haben wir Günter Westerholt in den Ruhestand verabschiedet. 37 Jahre war er in unserer Gemeinde als Jugenddiakon tätig. In den letzten Jahren war die Anstellungsträgerschaft auf den Kirchenkreis übergegangen und die Arbeit erfuhr eine noch einmal stärkere Öffnung in die Region, als sie es immer schon hatte.  

Günter Westerholt hat mit seiner offenen, den Jugendlichen zugewandten Art mit Herz und Seele und seiner ganzen Person Jugendarbeit gestaltet, vor allem die sozial-diakonische Jugendarbeit. In seiner Regie und seiner pädagogischen Leitung ist das ‚Cult’ (die Jugendetage unseres Gemeindehauses in der St.-Johann-Str.) zu einem Ort geworden, das für viele Generationen von Jugendlichen Anlaufstelle, Ort kreativen Gestaltens und interaktiver Begegnungen, Ort von Beratung und Gesprächsangeboten und Ort, an dem sie erleben konnten, dass sie wahr- und ernst genommen wurden, jede/r als eigene, wertvolle Persönlichkeit. Die Diskos waren legendär – noch heute erinnern sich viele, viele an diesen Ort, aber mehr noch an Günter Westerholt, an Günni, der für sie da war, der Räume geschaffen hat, in denen gelebt werden konnte, frei und vorurteilslos, experimentell und dennoch immer hochwertig pädagogisch und in jeder Hinsicht menschlich begleitet.

An dieser Stelle ein herzliches und tief empfundenes Dankeschön an Günter Westerholt! Wir wünschen ihm Gottes Segen für den nächsten Lebensabschnitt.

Ute Waffenschmidt-Leng

 

 

 

 

Predigt-Sommer in der Martinikirche

Auch in diesem Jahr setzen wir die Erfolgsgeschichte des Predigt-Sommers fort. Gemeinsam mit der Christus-Kirchengemeinde führen wir den Predigt-Sommer durch. An fünf Sonntagen predigen unterschiedliche Prediger_innen zu ausgewählten Texten, die thematisch im Zusammenhang stehen. Herzliche Einladung (s. Terminübersicht und Tagespresse).

 

 

 

Gemeindeausflug   

Am 6. September 2017 findet unser diesjähriger Gemeindeausflug statt. Um 13.00 Uhr starten wir an der Bushaltestelle Leimbachstraße/Ziegelwerkstraße, kurz darauf halten wir an der Haltestelle Rosterstraße gegenüber vom Hotel Schäfer. Das Ziel: die Dammmühle in der Nähe von Marburg, ein sehr schönes Ausflugslokal mit Möglichkeiten zum Spazierengehen und zum gemütlichen Kaffeetrinken. Melden Sie sich bei Peter Brand an (Tel.: 33 23 09).

 

 

 

Tag des Offenen Denkmals

Am 10. September 2017 findet der Tag des Offenen Denkmals in Siegen statt. Auch unsere Martinikirche wird von 13.00 bis 18.00 Uhr offen sein. Um 14.00 Uhr und um 16.30 Uhr finden Führungen statt. Herzliche Einladung, diesen wunderschönen Raum unserer Kirche zu genießen!

 


 

 

Offene Kirche

Im Sommer ist die Martinikirche (außer zu den Veranstaltungen) wieder an drei Tagen in der Woche geöffnet: dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Ein wunderbarer Raum mitten in der Stadt, der Ihnen die Möglichkeit gibt, kurz auszusteigen aus Hektik und Stress, heraus zu kommen aus kreisenden Gedanken, zur Ruhe zu finden. Nutzen Sie die Offene Kirche!

Und wenn Sie Lust haben, mitzuarbeiten bei der Offenen Kirche, wenn Sie ab und zu die Aufsicht übernehmen können, melden Sie sich doch bei Pfrn. Waffenschmidt-Leng oder bei Frau Breyer (Tel.:  33 46 97). Sie können sich die Termine aussuchen, in die Liste eintragen lassen – eine begrenzte zeitliche Arbeit, die uns SEHR helfen würde!

Ute Waffenschmidt-Leng

 

 

 

Bibel – Beten – Bollerwagen

Ökumenisch unterwegs im Siegerland

Idee:

Wir machen uns gemeinsam auf den Weg: evangelische und katholische Christinnen und Christen im Siegerland.

Das Reformationsjubiläum ist der Anlass, das Verbindende der Konfessionen zu entdecken und zu beleben. Das Unterwegssein in Stadt und Natur rückt die gemeinsame Verantwortung für die Welt und unsere Gesellschaft in den Mittelpunkt und weist auf den Auftrag für alle Christinnen und Christen hin.

Pilgern bedeutet "Beten mit den Füßen". Diese biblische Erfahrung wollen wir beim ökumenischen Pilgern von der evangelischen Nikolaikirche in der Oberstadt bis zur Eremitage, der katholischen Wallfahrtsstätte am Siegener Stadtrand, gemeinsam machen.

Foto: Sigrid Stolz

Foto: Sigrid Stolz

Information:

Am Sonntag, den 17. September von 14 bis 18 Uhr, bei jedem Wetter!

Start: Um 14 Uhr an der Nikolaikirche mit einem Eröffnungsgebet. Dann Pilger-Spaziergang über die Stationen Winchenbach-Schule, SGV-Hütte Agnesenhof (Toiletten), Abzweig Rödgen/ Eremitage, Johanneskirche (Rödgen) zur Eremitage (Toiletten). Bei der Wallfahrtsanlage wird gegen 18 Uhr die Abschlussandacht gehalten.

Die Wanderstrecke beträgt 8 km. Wer den steilen Anstieg zur Winchenbachschule scheut, kann die erste Etappe auch mit dem Kreiskirchentags-Bus der VWS zurücklegen, der zum Schluss auch alle wieder von der Eremitage in die Oberstadt bringt.

Die Verpflegung für unterwegs bringen Sie bitte selbst mit, ein gemeinsames Grillen zum Abschluss wird vom Team vorbereitet.

Thema:

Auf dem Weg ins Gespräch kommen werden wir über vier der 95 Luther-Thesen, die jeweils von einer "Ökumenischen Partnerschaftsgruppe" aus unseren Gemeinden, Diakonie/ Caritas, Telefonseelsorge/EFL und Jugendarbeit ins Moderne übersetzt worden sind.

Lassen wir uns überraschen von spannenden ökumenischen  Einsichten zu unseren gemeinsamen Wurzeln!

Weitere Informationen bei Sigrid Stolz, Imke Grabe und Annegret Mayr.

Annegret Mayr

 

 

 

Arbeitskreis "Flüchtlinge"

Der Arbeitskreis 'Flüchtlinge' ist immer noch aktiv! Die geflüchteten Menschen aus der ehemaligen Hammerhütter Schule sind mittlerweile in Wohnungen im Stadtgebiet untergebracht. Unterstützung und Kontakt sind aber immer noch nötig - die Begleitung zu Ämtern, die Möglichkeit zur Rückfrage bei amtlichen Schreiben, die Unterstützung in rechtlichen Fragen...

Auch die Rückführung ins ursprüngliche Ankunftsland ist im Moment ein Thema. Das EU-Abkommen Dublin II ist wieder in Kraft gesetzt. Danach werden die geflüchteten Menschen in das Land zurück geschoben, in dem sie als erstes europäischen Boden betreten haben: das ist meist Griechenland oder Italien. Für die, die gerade anfangen, hier in Deutschland - und auch in Siegen - zur Ruhe zu kommen und sich zu integrieren, ist das eine entsetzliche, Angst machende Situation.

Die Arbeit hat sich also verändert, ist aber immer noch wichtig! Falls Sie sich einbringen möchten, wenden Sie sich bitte an Pfrn. Ute Waffenschmidt-Leng (utewaffenschmidt-leng@t-online.de).

Ute Waffenschmidt-Leng

 

 

 

Offener Brief an Präses Annette Kurschus

Unsere Initiative "Wa(h)re Gesundheit - da hilft nur noch beten?" hat folgenden Brief an die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD, Annette Kurschus, geschrieben. (5. September 2016)

 

OFFENER BRIEF
an die
Präses der EKvW
Annette Kurschus
Altstädter Kirchplatz 5
33602 Bielefeld

 

Sehr geehrte Präses, liebe Annette,

du weißt, dass sich seit mittlerweile dreieinhalb Jahren die Initiative "Wa(h)re Gesundheit – da hilft nur noch beten?" in der Martini-Kirche in jeder Woche zu den Montagsgebeten trifft. Wir wollen damit einen geschützten Raum geben, in dem sich Schwestern und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte austauschen über die prekären Erfahrungen in ihren Arbeitsbereichen und Kraft tanken können - auch zum nötigen Widerstand.

Zudem ist es uns wichtig, Öffentlichkeit zu schaffen für das, was in unserem Gesundheitssystem geschieht. Auf dem Rücken vornehmlich der Schwestern und Pfleger wird Profit gemacht bzw. werden die nötigen Sparmaßnahmen getätigt.

Die Erfahrungsberichte sind erschütternd, die Situation sowohl für Patient innen und Pflegebedürftige als auch für die in diesem Bereich Arbeitenden ist mittlerweile absolut gefährdend.

Die Kirchen sind große Arbeitgeber in diesem Bereich und könnten - und müssten u. E. - Einfluss auf die Politik nehmen, damit diese Verhältnisse verändert werden.

Unabdingbar ist ein gesetzlich gesicherter Pflegeschlüssel, der verantwortungsvolle und würdevolle Pflege und Versorgung von Patient_innen gewährleistet und der Schwestern und Pfleger endlich herausholt aus permanenten Überlastungen und prekären Arbeitssituationen, aber auch aus der schrecklichen Erfahrung, dem eigenen Berufsethos und der Würde der Menschen an keiner Stelle mehr gerecht werden zu können.

Die Gewerkschaft Ver.di initiiert derzeit Streiks in einzelnen Kliniken, um der Forderung nach einem gesetzlich gesicherten Pflegeschlüssel Nachdruck zu verleihen. An der Charité in Berlin haben die Angestellten bereits erfolgreich gestreikt. Im Saarland sind Streiks in Planung, ebenso in NRW.

Die Kirchen schweigen derweil, verweigern ihren Angestellten das Streikrecht. Kirchliche Häuser verweigern die Solidarität mit ihrem Pflegepersonal, statt es zu unterstützen, sich für absolut notwendige Veränderungen in der Gesetzgebung für den Gesundheits- und Pflegebereich stark zu machen, kürzen auch sie Stellen im Pflegebereich.

Es ist u. E. endlich an der Zeit, dass die Kirche(n) als Träger vieler Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen deutlich darauf aufmerksam macht/machen, dass würdevolle und verantwortliche Pflege im derzeitigen Gesundheits- und Abrechnungssystem nicht (mehr) möglich ist. Zudem müssten sie im gesellschaftlichen Diskurs deutlich machen, dass es ein Skandal ist, dass Gesundheit zu einer Ware geworden ist, mit der Profit gemacht wird.

Die Kirche muss ihre Einflussmöglichkeiten nutzen, um die Würde der Menschen – auch und gerade der alten und kranken Menschen – in unserer Gesellschaft zu verteidigen, sie muss, ihrem biblischen Auftrag entsprechend, den Mund auftun für die Stummen. Sie muss mit Nachdruck darauf hinweisen, dass würdevolle und verantwortungsvolle Pflege und Versorgung unter den gegebenen gesetzlichen und abrechnungstechnischen Bedingungen nicht (mehr) möglich ist. Und sie muss, wenn sie verantwortlich und ihren Leitbildern entsprechend handeln will, darauf aufmerksam machen, dass sie – sollte sich nichts verändern – entsprechende Konsequenzen ziehen muss.
Wenn sie dies nicht tut, macht sich die Kirche mitschuldig am würdelosen Umgang mit Patient_innen und pflegebedürftigen Menschen.

Wir möchten dich als Präses unserer Landeskirche und als stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD bitten, deinen Einfluss in Westfalen und auch auf der Ebene der EKD geltend zu machen für eine gesetzliche Regelung eines adäquaten Pflegeschlüssels.

Da wir den öffentlichen Diskurs zu diesem Thema fördern möchten, setzen wir diesen Brief auch auf die Facebook-Seite unserer Initiative.

Herzliche Grüße

für die Initiative "Wa(h)re Gesundheit – da hilft nur noch beten?"

Ute (Waffenschmidt-Leng)

 

 

 

Erst Inhalte denken – dann Strukturen

Interview mit Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng über eine engere Zusammenarbeit der Siegener Kirchengemeinden (Juni 2014)
 
Im Siegerland gibt es immer weniger evangelische Christen. Das liegt nicht so sehr an den Kirchenaustritten, sondern vor allem an der Bevölkerungsentwicklung: Es sterben mehr Menschen als Kinder zur Welt kommen, die PfarrerInnen stehen mehr auf dem Friedhof als am Taufbecken. Jährlich verliert der Evangelische Kirchenkreis Siegen mehr als 1,5 Prozent seiner Gemeindeglieder. Waren es im Jahr 2000 noch rund 145.000, sind es heute nur noch 124.000. Die Kirchensteuereinnahmen werden sinken. Zudem gehen in den kommenden Jahren etliche Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis in den Ruhestand, und ihre Stellen können nicht alle wiederbesetzt werden. Deswegen sind die Gemeinden in den sieben Regionen im Kirchenkreis Siegen aufgerufen, sich gemeinsam zu überlegen, wie sie den Prozess des Kleinerwerdens gestalten wollen. Die Martinigemeinde gehört mit den Gemeinden Nikolai, Christus, Erlöser und Kaan-Marienborn zur Region vier.
 
Mitte Juni 2014 gab es ein Treffen mit VertreterInnen aller fünf Stadt-Kirchengemeinden in Region vier. Was wurde da besprochen und wie ist der Stand der Dinge?
 
Ute Waffenschmidt-LengUte Waffenschmidt-Leng: Wir haben in der Region, so der Beschluss der Synode, den Auftrag, dass die Gemeinden enger zusammenrücken sollen und müssen. Die Frage ist: Wie organisieren und gestalten wir die Zusammenarbeit hier bei uns in der Region? Unsere Vorstellung als Martini-Kirchengemeinde ist, dass wir als Gemeinden diesen Prozess zusammen gestalten und gemeinsam offen einsteigen wollen. Nicht mit einem vorgegebenen Konzept oder einer Struktur, sondern gucken: Was wollen wir denn eigentlich in den nächsten Jahren erreichen? Wie soll evangelische Kirche in Siegen aussehen und was brauchen wir dafür?
 
Werden in Siegen Gemeinden fusionieren?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Ich denke mir, dass es darauf hinauslaufen wird. In welchem Zeitrahmen, weiß ich nicht. Wie das dann passiert, weiß ich auch nicht, darüber ist noch nicht gesprochen worden. Ziele sind eigentlich jetzt noch gar nicht vereinbart worden, das wird in der nächsten Zeit passieren. 
 
Was würde denn für Fusionen sprechen?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Wenn ein Pastor oder eine Pastorin hier in unserer Region "sich bewegt oder nicht mehr bewegt", wie Pastor Pulfrich es formuliert hat, dann werden wir Lösungen finden müssen, wie wir die Versorgung der Gemeinde regeln. Es wird keine Wiederbesetzung der Pfarrstelle mehr geben, sondern wir werden uns mit dieser einen Stelle weniger irgendwie arrangieren müssen. Das bedeutet natürlich auch, dass wir enger zusammenarbeiten müssen und das macht ja auch Sinn, um Ressourcen und Angebote zu bündeln und Synergieeffekte zu nutzen.
 
Und was spricht dagegen, dass aus mehreren Gemeinden eine wird?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Ich glaube, dass wir alle als Gemeinden hier in Siegen unterschiedliche Profile haben. Auch eine unterschiedliche Art, Gemeinde zu leiten, miteinander umzugehen und viele andere Unterschiedlichkeiten. Zu gucken, wie wir eine Gemeinde werden und zusammenwachsen können, das ist, glaube ich, ein nicht ganz so einfacher Prozess. Und wichtig ist dabei, dass die jeweiligen Profile auch erhalten bleiben und nicht nivelliert werden.
 
Was macht das besondere Profil der Martinigemeinde aus?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Unser besonderes Profil ist, dass wir wirklich darauf achten – ob uns das immer gelingt, ist die zweite Frage, aber wir haben zumindest den Anspruch – nicht-hierarchisch miteinander umzugehen, also auf Augenhöhe und wertschätzend miteinander zu kommunizieren, auf allen Ebenen. Das andere ist, dass wir als Gemeinde Theologie und öffentliche Verantwortung miteinander verbinden, dass wir eine Theologie leben und predigen, die Menschen wertschätzt, die Menschen nicht diskriminiert, die politische Verantwortung wahrnimmt. Zum Profil unserer Gemeinde gehören auch die Kirchenmusik, die Mehrgenerationen-Arbeit und die offene Jugendarbeit. 
 
Denkbar wäre ja, dass wir nicht mit einer oder mehreren anderen Gemeinden fusionieren, sondern jede Gemeinde bleibt für sich bestehen und man vereinbart eine Zusammenarbeit.
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Ja, wir haben ja das gute Instrument des Gemeindeverbandes, wo ja schon Zusammenarbeit passiert. Das ist sicherlich eine Möglichkeit. Die Problematik daran ist, dass wir uns eine Form überlegen müssen, wie wir mit den Finanzen klarkommen. Finanzen spielen im Blick auf die strukturellen Überlegungen oftmals die größte Rolle. Das ist schade, finde ich, aber es ist so, und man kommt ja auch nicht daran vorbei. Da muss man natürlich Regelungen finden: Wie kriegen wir das, was wir jetzt haben, miteinander finanziert - ob das Häuser sind oder auch manpower, also Hauptamtliche. Wo treffen wir die Entscheidungen? Wo setzen wir Prioritäten in der nächsten Zeit? Das sind die Fragen.
 
Bis wann muss ein Konzept stehen? Gibt es Zeitdruck?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Der gesamte Prozess soll 2025 abgeschlossen sein, aber für unsere Region wird es wahrscheinlich ein bisschen schneller gehen müssen - auch, weil zum Beispiel unsere Gemeinde in der Haushaltssicherung ist. Das wird in absehbarer Zeit andere Gemeinden vielleicht ebenfalls betreffen, finanziell stehen wir alle nicht so gut da. Dieser Druck ist schon immens. Außerdem müssen wir ein Gebäudekonzept entwickeln: Was machen wir mit unseren Gemeindehäusern in der Region, welches können wir schließen, welches halten wir aufrecht? Auf absehbare Zeit werden wir sicher nicht mehr alle Häuser halten können, das wäre auch nicht sinnvoll bei zurückgehenden Gemeindegliederzahlen. Das Konzept sollte aber so entwickelt werden, dass wir uns nicht nach fünf Jahren ärgern: Warum haben wir das denn so gemacht?
 
Wer dich kennt, weiß, dass du eigentlich nicht so gern zuerst über strukturelle Fragen nachdenkst, sondern lieber erst über Inhalte. Hast du eine Idee, wie man diesen ganzen Prozess auch anders beginnen und gestalten könnte?
 
Ute Waffenschmidt-Leng: Schön fände ich, wenn wir uns als Stadtgemeinden überlegen könnten: Was ist denn unsere Vision? Wie soll denn evangelische Kirche in fünf, zehn, fünfzehn Jahren hier in Siegen sein? Was brauchen die Leute hier in der Stadt? Was brauchen ältere Menschen, was brauchen junge Menschen, was braucht das Mittelalter? Wo wollen wir uns engagieren, wo wollen wir vielleicht Schwerpunkte setzen? Wer kann welchen Schwerpunkt dann gegebenenfalls übernehmen? Ich würde gerne inhaltlich anfangen zu denken und dann gucken: Was brauchen wir dafür, diese Inhalte umzusetzen? Das wäre mein Ding!
 

Fragen von Anne Kampf
mit Material von Karlfried Petri/Kirchenkreis Siegen